Roller Derby bei den Meatgrinders

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Lea Scholz

Beim Roller Derby geht es ordentlich zur Sache. Denn bei dieser Sportart müssen die Spielerinnen und Spieler nicht nur rasant auf ihren Rollschuhen unterwegs sein, sondern sich dabei auch noch mit vollem Körpereinsatz am gegnerischen Team vorbeidrängen. Wir haben die Meatgrinders am Hastedter Osterdeich besucht.

Es quietscht und scheppert in der Sporthalle am Hastedter Osterdeich. Während wir gemütlich auf der kleinen Tribüne sitzen, hat auf dem Feld bereits das Training der Meatgrinders begonnen. Mit Helm, Gelenkschonern und natürlich Rollschuhen bekleidet, ziehen die Spieler*innen ihre Bahnen und sausen über den Hallenboden. Das Team um Co-Captain Lisa hat uns eingeladen, beim Training zuzuschauen, um zu erfahren, was Roller Derby eigentlich genau ist.

Mit Derby-Namen in den Vollkontakt

Auf dem Feld stehen sich zwei Teams gegenüber, die jeweils aus fünf Personen bestehen. „Roller Derby ist ein Vollkontaktsport auf Rollschuhen, der als Wettrennen stattfindet“, beschreibt Lisa die Spielidee. In jeder Mannschaft gibt es eine Person, die die Punkte erzielt, indem sie andere Spielerinnen und Spieler überrundet. Das gegnerische Team versucht dabei diesen sogenannten „Jammer“ aufzuhalten, indem es den Weg versperrt. Die „Blocker“ formieren sich und setzen gekonnt ihre Körper ein, um den Jammer zu stoppen. Rempler und Stürze sind dabei vorprogrammiert. Ein bisschen ähnelt das Blocking jenem aus anderen Vollkontaktsportarten wie Rugby oder American Football – nur dass hier kein Ball mit im Spiel ist.

Die Kombination aus Rollschuhfahren, das man eher mit Show und Glamour à la Starlight-Express verbindet, und dem ruppigen Kontakt, ist wohl einer der Punkte, die Roller Derby zu einer einzigartigen und faszinierenden Sportart machen. Auch Lisa gefällt die hohe Intensität der Sportart, bei der man sich so richtig auspowern und andere Leute anrempeln kann. Ein guter Ausgleich zum Alltag! Die kreativen Derby-Namen wie „Schneehittchen“ und „Bioshock“, mit denen die Spielerinnen und Spieler auf dem Feld antreten, helfen dabei, das Alltags-Ich am Spielfeldrand abzugeben und mit seinem Alter Ego richtig Gas zu geben.

Zusammenhalt wird groß geschrieben

Die Meatgrinders wurden bereits 2008 als Verein gegründet und sind seit 2013 ein eigenständiges Mitglied im Landessportbund Bremen. In der Saison 2023 tritt das Team als Spielgemeinschaft mit Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus Münster als „Roller Derby Brünster“ in der 2. Bundesliga Nordwest an. Bis zu 40 Personen zählt der Verein aktuell, wobei einige aktiv auf dem Feld stehen und andere eher organisatorische Aufgaben wahrnehmen. Die Meatgrinders verstehen sich dabei als FLINTA-Team und treten auf und neben dem Platz für Offenheit und Diversität ein.

Einen Aufstieg in die erste Bundesliga streben die Meatgrinders laut Co-Captain Lisa aktuell nicht direkt an. Der Spaß am Sport, das Teamgefüge und der Ausgleich zum Alltag sind wichtigere Aspekte, die es zu erhalten gilt. Und hier scheinen die Meatgrinders auf einem guten Kurs zu sein, denn insbesondere die gute Stimmung und die gegenseitige Unterstützung im Team sind Punkte, die Lisa besonders hervorhebt.

Schnuppertraining für Interessierte

Einmal im Jahr findet ein offenes Probetraining statt, bei dem Interessierte ganz unverbindlich ausprobieren können, ob auch sie der Roller Derby-Virus packt. Wer hier mit etwas bangem Gefühl die eigenen Fähigkeiten beim Rollschuhfahren in Frage stellt, dem nimmt Lisa die Scheu: „Man benötigt keine Vorkenntnisse und man muss auch nicht gut Rollschuhfahren können. Das lernt ihr alles bei uns.“ Den Anfänger*innen wird als erstes beigebracht, wie man sicher fährt. Das spezifischere Training, bei dem Manöver einstudiert und die Ellenbogen ausgefahren werden, erfolgt dann erst im Laufe der Zeit.

Das nächste Schnuppertraining der Meatgrinders findet am 7. Juli 2024 im Rollsportstadion am Jürgensdeich statt. Die Anmeldung erfolgt per E-Mail an join@meatgrinders.de.

Titelbild: stock.adobe.com/estradaanton

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